Inhaltsverzeichnis: Selbständige in der Rentenversicherung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung

4.2 Vergleichsbewertung Bei der Vergleichsbewertung wird der Durchschnittswert aus ausschließlich vollwertigen Beitragszeiten und reinen Berücksichtigungszeiten ermittelt. Hierfür sind von den Werten der Grundbewertung die Kalendermonate und die Entgeltpunkte für • beitragsgeminderte Zeiten, • Berücksichtigungszeiten, die auch beitragsfreie Zeiten sind, und • Beitragszeiten oder Berücksichtigungszeiten, in denen eine Rente aus eigener Versicherung bezogen worden ist, abzusetzen. Hiermit wird erreicht, dass Kalendermonate, die deshalb keine beitragsfreien Zeiten sind, weil für sie gleichzeitig Beiträge gezahlt worden sind, nicht zu einemniedrigeren Gesamtleistungswert führen als ohne entsprechende Beitragszahlung. Zeiten der beruflichen Ausbildung, die im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung mit mindestens 0,0833 Entgeltpunkten je Kalendermonat zu berücksichtigen sind, sind nicht als beitragsgeminderte Zeiten zu beachten. Treffen bei der Bestimmung des Gesamtleistungswerts aus der Vergleichsbewertung Zeiten der beruflichen Ausbildung jedoch mit beitragsfreien Zeiten zusammen, liegen echte beitragsgeminderte Zeiten vor. Gleiches gilt in Fällen des Zusammentreffens von Zeiten der beruflichen Ausbildung mit Berücksichtigungszeiten. Auch dann handelt es sich bei der Berufsausbildung um eine beitragsgeminderte Zeit. Diese Kalendermonate sind einschließlich aller Entgeltpunkte, die ihnen im Rahmen der Grundbewertung zugeordnet wurden, bei der Bestimmung des Gesamtleistungswerts aus der Vergleichsbewertung als beitragsgeminderte Zeiten entsprechend abzusetzen. Der Durchschnitt aus den ermittelten Werten stellt den Gesamtleistung wert aus der Vergleichsbewertung dar. Für die Bewertung der beitragsfreien Zeiten ist der höhere - ggf. begrenzte - Wert aus der Grund- oder der Vergleichsbewertung maßgebend. Fortsetzung Beispiel 1 (vgl. 4.1): Werte aus der Grundbewertung: 42,0000 Entgeltpunkte / 556 Monate abzgl. beitragsgeminderte Zeiten 0,1230 Entgeltpunkte / 5 Monate 41,8770 Entgeltpunkte / 551 Monate Ermittlung des Gesamtleistungswerts aus der Vergleichsbewertung: 41,8770 Entgeltpunkte : 551 Monate = 0,0760 Entgeltpunkte Der Wert aus der Vergleichsbewertung ist mit 0,0760 Entgeltpunkten der höhere und somit der maßgebende Gesamtleistungswert für die Bewertung der 21 beitragsfreien Monate Anrechnungszeit der Krankheit und Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Eine Begrenzung des maßgebenden Gesamtleistungswerts findet für diese Art der Anrechnungszeit auf 80 v.H. statt. 0,0760 Entgeltpunkte x 80 v.H. = 0,0608 Entgeltpunkte Die 21 Monate beitragsfreien Anrechnungszeiten werden mit 1,2768 Entgeltpunkten bewertet (0,0608 Entgeltpunkte x 21 Monate). Sie erhöhen die monatliche Rentenanwartschaft um 34,73 EUR, wenn man die vom 1.7.2009 bis zum 30.6.2011 geltenden Berechnungsgrößen in den alten Bundesländern zugrunde legt. Sind die 21 Monate beitragsfreie Anrechnungszeiten mit 1,2768 Entgeltpunkten (Ost) zu bewerten, erhöhen sie die monatliche Rentenanwartschaft um 30,81 EUR.

zurück zu: 4.1.3 Belegungsfähiger Gesamtzeitraum

weiter zu: 5. Entgeltpunkte für beitragsgeminderte Zeiten


Quelle: Deutsche Rentenversicherung


Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung



Kostenlose Steuerrechner online
Kostenlose Steuerrechner

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter

Buchhaltungssoftware MS Buchhalter downloaden und kostenlos testen
Jetzt kostenlos testen

Weitere Informationen:

Beschränkte Steuerpflicht für in das Ausland gezahlte Rentenversicherungsleistungen
Die beschränkte Einkommensteuerpflicht der von der Deutschen Rentenversicherung Bund in das Ausland (hier: Kanada) gezahlten Renten wird nicht durch das DBA-Kanada 2001 ausgeschlossen. Die in Art. 18 Abs. 3 Buchst. c  DBA-Kanada 2001 vorgenommene Zuordnung des Besteuerungsrechts für Sozialversicherungsrenten an Kanada lässt das in Art. 18 Abs. 1 Satz 2 DBA-Kanada 2001 vorbehaltene Quelle...

Rentenversicherung: Hinzuverdienstgrenze wegen Rinderstall überschritten
Erwerbsminderungsrente muss anteilig zurückgezahlt werden Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung wird abhängig vom erzielten Hinzuverdienst bewilligt. Das anzurechnende Arbeitseinkommen richtet sich dabei grundsätzlich nach dem Einkommensteuerrecht. Wird ein Gebäude aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen des Versicherten überführt, so sind die daraus resultierenden Einkünfte al...

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht nicht nur bei approbationspflichtiger Beschäftigung als Apotheker
Der 5. Senat des Bundessozialgerichts hat in seiner Sitzung vom 22.03.2018 (Az. B 5 RE 5/16 R) entschieden, dass ein Apotheker nicht nur dann von der Versicherungspflicht befreit ist, wenn er tatsächlich als approbierter Apotheker tätig ist; ausreichend ist auch eine andere, nicht berufsfremde Tätigkeit. Der Kläger, approbierter Apotheker, ist seit 2009 als Verantwortlicher für Medizin...

Nach dem Tod einer Rentnerin weiter gezahlte Rente kann von Rentenversicherung zurückverlangt werden
Rentenversicherung verlangt jahrelang nach dem Tod einer Rentnerin gezahlte Rente von den Kontobevollmächtigten zurück. Die Rentenversicherung zahlte in Unkenntnis des Todes einer 2005 verstorbenen Rentnerin bis zum Jahr 2011 weiter Rente auf deren Konto. Es ergab sich eine Überzahlung von ca. 77.000 Euro. Den auf dem Konto noch vorhandenen Betrag erstattete die Bank zurück. Es verblieb...

Rentenversicherung zukunftsfähig machen
 Die Alterung der Gesellschaft und die Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt stellen die gesetzliche Rentenversicherung nach Ansicht des Bundesrates vor enorme Herausforderungen. In seiner Stellungnahme zum Rentenversicherungsbericht 2017 vom 2. Februar 2018 appelliert er an die Bundesregierung, die Alterssicherung an diese Veränderungen anzupassen, um ihre Verlässlichkeit zu gewährleis...