Inhaltsverzeichnis: Selbständige in der Rentenversicherung

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6. Die vorgezogenen Altersrenten Für bestimmte Personenkreise besteht die Möglichkeit, bereits vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze (vgl. hierzu Ziff.7) eine vorgezogene Altersrente in der gesetzlichen RV zu beziehen. Da diese Renten - im Gegensatz zu den Hinterbliebenenrenten - aus eigener Versicherung ge leistet werden, ist es hier ebenfalls wichtig, dass der Antrag spätestens bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach Ablauf des Monats ge stellt wird, in dem alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, damit die Rente so früh wie möglich beginnen kann. Von welchem Lebensalter an diese Rente geleistet werden kann, hängt von der jeweiligen Rentenart ab. Die Vollendung eines bestimmten Lebensalters ist eine Anspruchsvoraussetzung, die erfüllt sein muss, um die jeweilige vorgezogene Altersrente erhalten zu können. Das bedeutet aber nicht, dass sämtliche anderen Anspruchsvoraussetzungen grundsätzlich auch zu diesem Zeit punkt vorliegen müssen. Erfüllt eine versicherte Person z. B. die für eine bestimmte Altersrente vorgeschriebene Wartezeit erst nach Vollendung des geforderten Lebensalters, so kann die Rente eben frühestens dann beginnen, wenn die erforderliche Wartezeit zurückgelegt worden ist. Beispiel: Ein Anspruch auf die Altersrente für langjährig Versicherte besteht frühestens ab Vollendung des 63. Lebensjahres. Erfüllt eine versicherte Person die geforderte Wartezeit erst zehn Monate nach ihrem 63. Geburtstag und liegen zu diesem späteren Zeitpunkt die übrigen Anspruchsvoraussetzungen vor, beginnt die Rente - bei rechtzeitiger Antragstellung - nach der Erfüllung dieser letzten Anspruchsvoraussetzung. Versicherte, die eine vorgezogene Altersrente beziehen möchten, müssen grundsätzlich bestimmte Hinzuverdienstgrenzen beachten. Sämtliche Altersrenten können, sofern die einzelnen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden, als eigenständige Rentenansprüche nebeneinanderbestehen (also auch die vorgezogenen Altersrenten neben der Regelaltersrente, da der Anspruch auf die vorgezogenen Altersrenten über die Regelaltersgrenze hinaus besteht); ausgezahlt wird allerdings nur die jeweils höchste Altersrente (§ 89 SGB VI). Nachdem eine beantragte vorgezogene Altersrente vom Rentenversicherungsträger bindend bewilligt worden ist - eine Rente ist im Regelfall dann „bindend bewilligt\", wenn die Widerspruchsfrist gegen den Bewilligungsbescheid abgelaufen ist - oder für Zeiten des Bezuges einer Altersrente ist der Wechsel in eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, in eine Erziehungsrente oder in eine andere Rente wegen Alters grundsätzlich ausgeschlossen (§ 34 Abs. 4 SGB VI). Dies gilt nicht nur für einen Wechsel von einer vorzeitigen Altersrente in eine andere vorzeitige Altersrente (z.B. Wechsel von der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit in eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen), sondern auch für einen Wechsel von einer vorzeitigen Altersrente in die Regelaltersrente (zu letzterer s. Ziff. 7).

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Quelle: Deutsche Rentenversicherung


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