Inhaltsverzeichnis: Selbständige in der Rentenversicherung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung

6.7 Höhe der Hinzuverdienstgrenzen Die Höhe der zu beachtenden Hinzuverdienstgrenze ist davon abhängig, ob der Versicherte seine vorgezogene Altersrente als Vollrente oder als Teilrente beziehen möchte. Bei der Altersvollrente beträgt die Hinzuverdienstgrenze monatlich 400,- EUR (brutto). Diese Hinzuverdienstgrenze gilt einheitlich für das gesamte Bundesgebiet. Es ist daher insofern unbeachtlich, ob die Einkünfte in den alten oder den neuen Bundesländern erzielt werden. Bei den Altersteilrenten wird die jeweils maßgebliche Hinzuverdienstgrenze für jeden Versicherten individuell berechnet. Möchte ein Versicherter-z.B. weil er weiterhin in größerem Umfang arbeiten will- die vorgezogene Altersrente nicht als Vollrente, sondern als Teilrente beziehen, hängt die Höhe des zulässigen Hinzuverdienstes davon ab, welche der drei möglichen Teilrenten der Versicherte beantragt. Bei einer Teilrente in Höhe von einem Drittel der erreichten Vollrente erhält man die für jeden Versicherten individuell geltende Hinzuverdienstgrenze, indem das 0,25 fache der monatlichen Bezugsgröße mit den Entgeltpunkten der letzten drei Kalenderjahre vor Beginn der ersten Rente wegen Alters vervielfältigt wird. Zur Berechnung der individuellen Hinzuverdienstgrenzen vgl. im Einzelnen Ziff. 4.3.1. Für die Teilrente in Höhe der halben Altersvollrente gilt statt des 0,25fachen das 0,19fache und für die Teilrente in Höhe von zwei Dritteln der Altersvollrente das 0,13fache der jeweils maßgeblichen monatlichen Bezugsgröße. Somit werden auch bei den vorgezogenen Altersrenten - wie bei den Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit - über die Entgeltpunkte die individuellen Hinzuverdienstgrenzen jedes einzelnen Rentenbeziehers gesteuert. Ergeben sich für die letzten drei Kalenderjahre vor Beginn der ersten Altersrente jedoch weniger als 1,5Entgeltpunkte, wird auch hier nicht dieser geringere Wertzugrunde gelegt. In diesen Fällen wird mit 1,5 Entgeltpunkten vervielfältigt. Dabei handelt es sich dann um die für jede Teilrentenart maßgebliche Mindesthinzuverdienstgrenze. Möchte ein Versicherter demnach eine Teilrente in Höhe von einem Drittel der Altersvollrente beziehen, so gilt in der Zeit vom 1.1.2011 bis 31.12.2011 für einen Hinzuverdienst in den alten Bundesländern die Mindesthinzuverdienstgrenze von 958,13 EUR, in den neuen Bundesländern bis zum 30.6.2011 von 849,98 EUR und vom 1.7.2011 an von 850,- EUR monatlich. Bei Bezug einer halben Teilrente beträgt der Grenzwert monatlich dann 728,18 EUR bzw. (ab dem 1.7.2011) 646,- EUR und bei Bezug einer Teilrente in Höhe von zwei Dritteln der Altersvollrente 498,23 EUR bzw. (ab dem 1.7.2011) 442,- EUR. Für einen Durchschnittsverdiener (also einen Versicherten, der in den letzten drei Kalenderjahren vor dem Rentenbeginn insgesamt drei Entgeltpunkte erworben hat) betragen die einzelnen Hinzuverdienstgrenzen das Doppelte der jeweiligen Mindesthinzuverdienstgrenzen.

zurück zu: 6.6.4 Sonderfälle

weiter zu: 6.8 Überschreiten der Hinzuverdienstgrenzen


Quelle: Deutsche Rentenversicherung


Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung



Kostenlose Steuerrechner online
Kostenlose Steuerrechner

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter

Buchhaltungssoftware MS Buchhalter downloaden und kostenlos testen
Jetzt kostenlos testen

Weitere Informationen:

Beschränkte Steuerpflicht für in das Ausland gezahlte Rentenversicherungsleistungen
Die beschränkte Einkommensteuerpflicht der von der Deutschen Rentenversicherung Bund in das Ausland (hier: Kanada) gezahlten Renten wird nicht durch das DBA-Kanada 2001 ausgeschlossen. Die in Art. 18 Abs. 3 Buchst. c  DBA-Kanada 2001 vorgenommene Zuordnung des Besteuerungsrechts für Sozialversicherungsrenten an Kanada lässt das in Art. 18 Abs. 1 Satz 2 DBA-Kanada 2001 vorbehaltene Quelle...

Rentenversicherung: Hinzuverdienstgrenze wegen Rinderstall überschritten
Erwerbsminderungsrente muss anteilig zurückgezahlt werden Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung wird abhängig vom erzielten Hinzuverdienst bewilligt. Das anzurechnende Arbeitseinkommen richtet sich dabei grundsätzlich nach dem Einkommensteuerrecht. Wird ein Gebäude aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen des Versicherten überführt, so sind die daraus resultierenden Einkünfte al...

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht nicht nur bei approbationspflichtiger Beschäftigung als Apotheker
Der 5. Senat des Bundessozialgerichts hat in seiner Sitzung vom 22.03.2018 (Az. B 5 RE 5/16 R) entschieden, dass ein Apotheker nicht nur dann von der Versicherungspflicht befreit ist, wenn er tatsächlich als approbierter Apotheker tätig ist; ausreichend ist auch eine andere, nicht berufsfremde Tätigkeit. Der Kläger, approbierter Apotheker, ist seit 2009 als Verantwortlicher für Medizin...

Nach dem Tod einer Rentnerin weiter gezahlte Rente kann von Rentenversicherung zurückverlangt werden
Rentenversicherung verlangt jahrelang nach dem Tod einer Rentnerin gezahlte Rente von den Kontobevollmächtigten zurück. Die Rentenversicherung zahlte in Unkenntnis des Todes einer 2005 verstorbenen Rentnerin bis zum Jahr 2011 weiter Rente auf deren Konto. Es ergab sich eine Überzahlung von ca. 77.000 Euro. Den auf dem Konto noch vorhandenen Betrag erstattete die Bank zurück. Es verblieb...

Rentenversicherung zukunftsfähig machen
 Die Alterung der Gesellschaft und die Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt stellen die gesetzliche Rentenversicherung nach Ansicht des Bundesrates vor enorme Herausforderungen. In seiner Stellungnahme zum Rentenversicherungsbericht 2017 vom 2. Februar 2018 appelliert er an die Bundesregierung, die Alterssicherung an diese Veränderungen anzupassen, um ihre Verlässlichkeit zu gewährleis...