Inhaltsverzeichnis: Selbständige in der Rentenversicherung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung

7.2 Abgrenzung zu Heimarbeitern

Von den Hausgewerbetreibenden sind die Heimarbeiter abzugrenzen, weil sie kraft gesetzlicher Definition als Beschäftigte gelten und dem entsprechend unter den allgemeinen Voraussetzungen gem. § 1 Satz 1 Nr. 1 SGB VI rentenversicherungspflichtig sind.

Heimarbeiter sind sonstige Personen, die in eigener Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von Gewerbetreibenden, gemeinnützigen Unternehmen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften erwerbsmäßig arbeiten, auch wenn sie Roh- oder Hilfsstoffe selbst beschaffen (§ 12 Abs. 2 SGB IV).

Heimarbeiter unterscheiden sich von den Hausgewerbetreibenden da durch, dass sie nach außen nicht als selbständige Unternehmer auftreten. Sie dürfen im Gegensatz zu den Hausgewerbetreibenden nur für fremde Rechnung arbeiten. Darüber hinaus werden Heimarbeiter nicht wie Hausgewerbetreibende nur gewerblich tätig, sondern arbeiten erwerbsmäßig, d. h., sie sind also nicht nur mit der Herstellung, Be- bzw. Verarbeitung oder Verpackung von Waren befasst, sondern können auch Angestelltentätigkeiten wie Büroarbeiten, z.B. als Stenotypistin, Phonotypistin, Buchhalter oder Kontorist in Heimarbeit ausführen.

Nach der Verwaltungspraxis der Sozialversicherungsträger ist für die Abgrenzung entscheidend, ob jemand

  • allein bzw. nur mit Familienangehörigen oder aber
  • mit bei ihm beschäftigten fremden Hilfskräften arbeitet.

Personen, die ihre Arbeit allein oder ausschließlich mit ihren Familien angehörigen bewältigen, sind im Allgemeinen als Heimarbeiter anzusehen. Beschäftigen Gewerbetreibende dagegen fremde Hilfskräfte, so gehören sie - unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten – aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht zu den Hausgewerbetreibenden. Dieses Abgrenzungsmerkmal versagt allerdings, Sofern keine fremden Hilfskräfte beschäftigt werden, da Gewerbetreibende auch als Haus gewerbetreibende angesehen werden können, wenn sie nicht mit menschlichen Hilfskräften, sondern ausschließlich mit Maschinen arbeiten. Eine Abgrenzung kann in diesen Einzelfällen immer nur anhand der Gesamtumstände erfolgen, wobei auch der Verkehrsanschauung eine große Bedeutung zukommt.

Der Besitz eines Gewerbescheins ist kein Kriterium zur Abgrenzung der Hausgewerbetreibenden von den Heimarbeitern.

zurück zu: 7.1 Personenkreis

weiter zu: 7.3 Zwischenmeister


Quelle: Deutsche Rentenversicherung


Zurück zum Inhaltsverzeichnis Selbständige in der Rentenversicherung



Kostenlose Steuerrechner online
Kostenlose Steuerrechner

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter

Buchhaltungssoftware MS Buchhalter downloaden und kostenlos testen
Jetzt kostenlos testen

Weitere Informationen:

Beschränkte Steuerpflicht für in das Ausland gezahlte Rentenversicherungsleistungen
Die beschränkte Einkommensteuerpflicht der von der Deutschen Rentenversicherung Bund in das Ausland (hier: Kanada) gezahlten Renten wird nicht durch das DBA-Kanada 2001 ausgeschlossen. Die in Art. 18 Abs. 3 Buchst. c  DBA-Kanada 2001 vorgenommene Zuordnung des Besteuerungsrechts für Sozialversicherungsrenten an Kanada lässt das in Art. 18 Abs. 1 Satz 2 DBA-Kanada 2001 vorbehaltene Quelle...

Rentenversicherung: Hinzuverdienstgrenze wegen Rinderstall überschritten
Erwerbsminderungsrente muss anteilig zurückgezahlt werden Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung wird abhängig vom erzielten Hinzuverdienst bewilligt. Das anzurechnende Arbeitseinkommen richtet sich dabei grundsätzlich nach dem Einkommensteuerrecht. Wird ein Gebäude aus dem Betriebsvermögen in das Privatvermögen des Versicherten überführt, so sind die daraus resultierenden Einkünfte al...

Befreiung von der Rentenversicherungspflicht nicht nur bei approbationspflichtiger Beschäftigung als Apotheker
Der 5. Senat des Bundessozialgerichts hat in seiner Sitzung vom 22.03.2018 (Az. B 5 RE 5/16 R) entschieden, dass ein Apotheker nicht nur dann von der Versicherungspflicht befreit ist, wenn er tatsächlich als approbierter Apotheker tätig ist; ausreichend ist auch eine andere, nicht berufsfremde Tätigkeit. Der Kläger, approbierter Apotheker, ist seit 2009 als Verantwortlicher für Medizin...

Nach dem Tod einer Rentnerin weiter gezahlte Rente kann von Rentenversicherung zurückverlangt werden
Rentenversicherung verlangt jahrelang nach dem Tod einer Rentnerin gezahlte Rente von den Kontobevollmächtigten zurück. Die Rentenversicherung zahlte in Unkenntnis des Todes einer 2005 verstorbenen Rentnerin bis zum Jahr 2011 weiter Rente auf deren Konto. Es ergab sich eine Überzahlung von ca. 77.000 Euro. Den auf dem Konto noch vorhandenen Betrag erstattete die Bank zurück. Es verblieb...

Rentenversicherung zukunftsfähig machen
 Die Alterung der Gesellschaft und die Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt stellen die gesetzliche Rentenversicherung nach Ansicht des Bundesrates vor enorme Herausforderungen. In seiner Stellungnahme zum Rentenversicherungsbericht 2017 vom 2. Februar 2018 appelliert er an die Bundesregierung, die Alterssicherung an diese Veränderungen anzupassen, um ihre Verlässlichkeit zu gewährleis...